Ziel der von der AoN mit Netigate bundesweit unter 400 Studierenden durchgeführten Studentenbefragung „Student Survey 2013“ war es, mehr über die Denkweise der Studierenden zu den Themen Karriere-/ Familienplanung, Rollenmuster und Chancengleichheit zu erfahren. Diese neueste Studentenbefragung zeigt, dass Familie, Freunde, Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit, Work-Life-Balance und eine feste Partnerschaft mit großem Abstand die wichtigsten Dinge im Leben der Generation Y sind statt Karriere.

Optimismus bei der Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Karriere

70 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer erwarten, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich ist. Allerdings bewerten nur 22 Prozent der Männer „Familienfreundlichkeit“ als sehr wichtigen Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Demgegenüber bewerten diesen Faktor 40 Prozent der Frauen als „sehr wichtig“.

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Laut Melanie Vogel, Initiatorin der Studentenbefragung, wird sehr deutlich, dass Frauen viel stärker Wert legen auf die weichen Faktoren wie Work-Life-Balance, Weiterbildungsmöglichkeiten und Familienfreundlichkeit und dass sie andere Wertmaßstäbe haben, was die Wahl eines zukünftigen Arbeitgebers angeht. Dies spricht so Vogel dafür, Männer und Frauen im Recruiting unterschiedlich anzusprechen. Dazu passen auch die neuestens Trends im Social Media Recruiting.

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Führung ja – aber nicht konditionslos

Sowohl Männer (72 Prozent) als auch Frauen (64 Prozent) streben nach Führung und Verantwortungsübernahme – allerdings nicht um jeden Preis. 55 Prozent der Studenten der Befragung definieren Karriere als einen „stetigen Weg zu persönlichem Wachstum, Selbstverwirklichung und Befriedigung“. Nur 28 Prozent sehen Karriere als „ein erfüllendes, sinnstiftendes Gefühl bei der Arbeit“ und mit jeweils abgeschlagenen 8 Prozent Prozent rangieren „Mein Hobby zum Beruf machen“ und „Gestaltungsfreiheit und Macht aufgrund einer erreichten Position“ auf dem letzten Platz.

Anforderungen an den Arbeitgeber

Die Generation Y-Kinder sind „Projekte“ ihrer Eltern – immer im Aufmerksamkeits-Fokus, das Wohl des Kindes, seine Bildung und sein Amüsement stets im Blick. In Familienentscheidungen wurden sie oft als gleichwertige Partner mit einbezogen. Warum also sollten sie diese Einstellung im Job ändern?

Die Ergebnisse der Studentenbefragung zeigt: Die tun es nicht! Das „Einbeziehen in Entscheidungen“ und „Lob“ sind aus Sicht der Befragten die wichtigsten wertschätzenden Handlungen, die Arbeitgeber bringen können.

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Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen

Die Studierenden beider Geschlechter glauben nicht an eine wirkliche Gleichstellung zwischen Männern und Frauen. Der Umfrage nach sagen 77% aller Studierenden zwar, dass gemischte Teams für den Unternehmenserfolg förderlich sind, doch glaubt nur jeder vierte Student, dass Frauen den Männern in Zukunft gleichgestellt sein werden. Ähnliches wurde auch in einer Survey mit Personalverantwortlichen festgestellt. 55 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Männer auch in Zukunft schneller und einfacher befördert werden als Frauen.

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Fazit der Studentenbefragung: Selbstbestimmung und Familie sind wichtiger als Karriere und Geld

Zusammenfassend lässt sich unter anderem festhalten, dass der Wille Karriere zu machen bei beiden Geschlechtern vorhanden ist und das Männer und Frauen glauben, dass Karriere und Familie vereinbar sind. Die wichtigsten Kriterien an einen Arbeitgeber bei Männern und Frauen sind Arbeits-/Betriebsklima, Work-Life Balance und eine sinnstiftende Arbeit. Als die drei wichtigsten wertschätzenden Handlungen werden die Einbeziehung bei Entscheidungen, Lob und die Übernahme von Verantwortung angesehen. Generell haben für die Befragten Familie, Freunde, Selbstverwirklichung, eine feste Partnerschaft und persönliche Freiheit einen höheren Stellenwert als Beruf und Karriere.

Was die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Arbeitswelt angeht, bezweifelt die Mehrheit der Befragten, dass Frauen den Männern in Zukunft gleichgestellt sein werden. Jeder zweite Student ist der Meinung, dass Männer schneller befördert werden als Frauen. Die Diskussion um die Frauenquote betrachten allerdings sowohl Frauen, als auch Männer eher skeptisch.

Die Studentenbefragung zeigt also, dass Familie, Freunde, Selbstverwirklichung, persönliche Freiheit, Work-Life-Balance und eine feste Partnerschaft mit großem Abstand die wichtigsten Dinge im Leben der Generation Y sind. Wie denken Sie darüber? Ist das Ergebnis überraschend für Sie?

 

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