Das Kräfteverhältnis auf dem Arbeitsmarkt verändert sich: Demografischer Wandel und der Fachkräftemangel sorgen dafür, dass mittlerweile immer mehr von einem Arbeitnehmermarkt die Rede ist. Was bedeutet dieser Begriff genau? Und wie müssen jetzt Arbeitgeber reagieren? Einige Antworten finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Inhalt dieses Beitrags zum Thema Arbeitnehmermarkt:

Was ist ein Arbeitnehmermarkt?

Wie andere volkswirtschaftliche Märkte definiert sich auch der Arbeitsmarkt über Angebot und Nachfrage. Man spricht von einem Arbeitnehmermarkt, wenn es nicht genug geeignete Bewerber für die derzeit offenen Stellen der Arbeitgeber gibt. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer eine größere Auswahl an geeigneten Jobs haben, und somit auch über eine stärkere Verhandlungsposition mit ihrem gegenwärtigen bzw. potenziellen Arbeitgeber verfügen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem Bewerbermarkt.

Arbeitnehmermarkt bedeutet in einem Satz: Künftig müssen sich Unternehmen bei ihren Arbeitnehmern bewerben, und nicht umgekehrt.

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Die Gründe: Warum Arbeitnehmermarkt?

Derzeit spricht viel dafür, dass zumindest in einigen Branchen bzw. für einige spezialisierte Job-Funktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Arbeitnehmermarkt herrscht. Dabei wird sich die Entwicklung von einem Arbeitgebermarkt hin zu einem Bewerbermarkt in Zukunft noch weiter beschleunigen und verschärfen.

Der Hauptgrund für diesen Trend liegt in der demografischen Entwicklung der Länder. Allein in Deutschland werden bis 2040 insgesamt 8,7 Millionen Menschen mehr den Arbeitsmarkt verlassen als in ihn eintreten (Quelle: Wirtschaftswoche). Das heißt: Für die angebotenen Jobs stehen weniger Menschen zur Verfügung.

Neben dem demografischen Wandel gibt es weitere Treiber zur Entwicklung in Richtung Arbeitnehmermarkt: Dazu zählen veränderte Werte- und Wirtschaftsmodelle (z.B. in der Generation Z), notwendige Anpassungen im Bildungssystem, und nicht zuletzt auch Fragen der Migrations- und Einwanderungspolitik.

Zahlen und Studien zum Thema Arbeitnehmermarkt

Dass die Situation des Arbeitnehmermarkts mehr ist als ein „Gefühl“ vieler Arbeitgeber oder Personalabteilungen zeigen diverse Studien. Hier einige Zahlen zum Thema Arbeitnehmermarkt:

  • 43 % der Firmen rechnen laut DIHK damit, dass sie Aufträge verlieren oder ablehnen sowie ihr Angebot reduzieren müssen, wenn nötiges Personal fehlt
  • Nach der Candidate Journey-Studie der Königsteiner Agentur entscheiden sich 34 Prozent aller Jobsuchenden nach dem Vorstellungsgespräch gegen eine Anstellung. Von Arbeitgeberseite lehnen nur 19 Prozent die Talente ab, mit denen sie einen ersten Austausch für ein Jobangebot hatten.
  • Gemäß der Leadership-Umfrage von Atreus bezeichnen es 61% der Führungskräfte derzeit als ihre größte Herausforderung, geeignetes Personal zu finden.

Gewinner und Verlierer in einem Arbeitnehmermarkt

Der Arbeitsmarkt ist komplex – und von vielen kurz-, mittel- und langfristigen Faktoren beeinflusst. Dies heißt auch, dass von einem Arbeitnehmermarkt nicht alle Erwerbstätigen automatisch profitieren.

Zu den Gewinnern in einem Arbeitnehmermarkt gehören eindeutig Fachkräfte mit besonders gefragten Qualifikationen (z.B. in der IT oder im Engineering). Diese werden sich auch in wandelnden Märkten und Arbeitswelten als gefragtes Gut von zahlreichen Unternehmen auszeichnen.

Weniger gut ausgebildete Arbeitnehmer, die sich auch nicht an den digitalen Wandel der Arbeitswelt anpassen, werden jedoch nicht automatisch von einem Arbeitnehmermarkt profitieren. Sie kann man also zu den Verlierern in einem Arbeitnehmermarkt zählen. Zunehmende Automatisierung und internationale Arbeitsplatzverlagerung werden die Jobchancen in diesen Bereichen limitieren.

Ob Unternehmen bzw. Arbeitgeber zu Gewinnern oder Verlierer in einem Arbeitgebermarkt zählen, ist nicht so klar abzugrenzen – lesen Sie dazu unsere Einordnung weiter unten.

Was bedeutet ein Arbeitnehmermarkt für Arbeitgeber?

Ein Arbeitnehmermarkt ist für Arbeitgeber und Unternehmen zunächst einmal nichts Schlechtes. Letztendlich führt diese Position dazu, dass alle Beteiligten im Arbeitsmarkt – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – eine bewusstere Entscheidung füreinander treffen können. Auch führt es dazu, dass sich Arbeitgeber deutlich bewusster mit den Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Unternehmenskultur auseinandersetzen müssen.

Dies bedeutet konkret: Um in einem Arbeitnehmermarkt erfolgreich agieren zu können, müssen Unternehmen…:

  1. …in ihr Employer Branding investieren, um bei einer schrumpfenden Zahl an Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden
  2. …ihre Unternehmenskultur definieren und verbessern, um bestehende Arbeitnehmer an die Firma zu binden und die Fluktuation verringern
  3. …noch stärker das Thema Mitarbeiter-Engagement in den Fokus nehmen, um nicht nur zufriedene, sondern mit einer engagierten und begeisterten Belegschaft herausragende Leistungen zu erbringen.

Unternehmen, die von Arbeitnehmern als attraktiver Ort zum Arbeiten empfunden werden, brillieren auch in einem Arbeitnehmermarkt. Dabei ist die Bezahlung nur ein Faktor unter vielen: Gerade zum Thema Mitarbeiter-Engagement gibt es viele weitere Treiber, wie z.B. Teamzusammenhalt, Vision, die Möglichkeit zur Selbstentfaltung und Selbstführung, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und vieles mehr.

Employer Branding und Mitarbeiter-Engagement: Es beginnt mit Zuhören und Feedback

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Die mit einem Arbeitnehmermarkt verbundenen Herausforderungen zwingen Unternehmen und Arbeitgeber dazu, an ihrem „Mitarbeiter-Erlebnis“ (Employee Experience) zu arbeiten. Die Employee Experience ist die Summe aller Teile, die zu einem Gesamterlebnis bzw. einer Gesamtbewertung von Mitarbeitenden für ihren Arbeitsplatz führen.

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