Der Gestaltung des Fragebogens kommt in Umfragen eine Schlüsselrolle zu. Ein gut gemachter Fragebogen hilft dabei, sowohl die Rücklaufquote wie auch die Aussagekraft der Antworten zu verbessern. Konkrete Handlungsempfehlungen aus Umfragen werden erst dann möglich, wenn der Fragebogen selbst diese überhaupt zulässt.

Doch was bedeutet dies konkret?

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Fragebogen erstellen und optimieren können.

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Fragebogen erstellen: Die ersten Schritte

Vor dem Erstellen Ihres Fragebogens sollten Sie die Rahmenbedingungen der Umfrage definieren. Dazu gehören:

  • Definition der Zielgruppe und Ziele
  • Festlegung der Methodik
  • Stichprobengröße
  • Zeitliche Planung
  • etc.

Sind diese Rahmenbedingungen geklärt, steht der mitunter wichtiste Punkt aus: Der Fragebogen, bzw. die Fragebogenerstellung an sich. Auch wir bei Netigate stellen im Alltag immer wieder fest, dass unsere Kunden gerade am Punkt der Fragebogen-Erstellung immer wieder auf Herausforderungen stoßen.

Im Großen und Ganzen kommt es beim Erstellen eines Fragebogens auf zwei Themenkomplexe an:

  • Inhaltliche Kriterien: Hier geht es um die Sprache und Tonalität, wie Sie Ihren Fragebogen aufsetzen.
  • Formale Kriterien: Hier kommen sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Best-Practices zum Aufbau Ihres Fragebogens zum Tragen.

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Inhaltliche Kriterien an einen Fragebogen

In Ihrem Fragebogen starten Sie eine Art “Gespräch” mit Ihren Umfrageteilnehmern: Schließlich möchten Sie wertvolle Erkenntnisse von Ihren Gesprächspartnern erfahren. Und wie bei einem Gespräch gelten auch für einen Fragebogen die ein oder andere Regel guten Anstands: Seien Sie höflich und transparent mit Ihren Gesprächspartnern. Fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus – aber langweilen Sie auch nicht mit Dopplungen oder Wiederholungen.

Für Ihren Fragebogen bedeutet dies ganz konkret:

Sprachliche Gestaltung eines Fragebogens

Die Sprache sollte immer zu Ihrer Zielgruppe passen und immer an die Zielgruppe angepasst werden. Die Sprache und damit auch die Fragen sind immer, egal bei welchem Fragebogen, im hohen Maße kontextabhängig. Zudem sollten Begriffe, egal für welche Befragung, der Teilnehmer Gruppe immer klar verständlich, bekannt und auch einfach formuliert sein:

  • Vermeiden Sie Fremdwörter, Fachbegriffe und Abkürzungen. Falls nötig, erläutern Sie diese Begriffe
  • Stellen Sie kurze, prägnante Fragen und vermeiden Sie lange, komplexe Fragen, die sich über mehrere Zeilen erstrecken.
  • Vermeiden Sie mehrdeutige Begriffe, beispielsweise die Formulierung: Wie lange dauert es, bis Sie die nächste Bank erreichen? Es mag vielleicht aus dem Kontext des Fragebogen einhergehen, was für eine Banken gemeint ist, aber ist das jetzt eine Volksbank? Ist das eine Parkbank? Erklären Sie genau, was Sie überhaupt meinen. Und vermeiden Sie wie gesagt, diese Doppeldeutigkeit.
  • Vermeiden Sie außerdem doppelte Verneinungen. Ein Beispiel ist hier ganz typisch: Ja, ich bin nicht unzufrieden. Dieser Satz ist zwar formal richtig, aber schwer zu verstehen. Also sagen Sie lieber, ich bin zufrieden, anstatt Ich bin nicht unzufrieden, um eine kognitive Überforderung der Befragten zu vermeiden.
  • Und zum Schluss sollten auch alle Fragen neutral und ohne Wertung formuliert sein. Das heißt, vermeiden Sie bitte Suggestivfragen, Unterstellungen oder hypothetische Fragen wie beispielsweise Finden Sie nicht auch, dass das neue Logo sehr gut geworden ist? Mit so einer Formulierung drängen Sie den Befragten in ein gewisses Antwortverhalten und beeinflussen es. Das ist nicht im Sinne einer gewünschten Repräsentativität Ihrer Ergebnisse.

Fragebogen-Einleitungstext

Start und Ende eines Fragebogens werden häufig nicht besonders beachtet. Doch schon zu Beginn der Umfrage ist es sehr wichtig, Ihr Anliegen an die Befragten heranzutragen und zu kommunizieren. Es sollte immer ein Einleitungssatz bzw. ein Einladungstext z.B. in der Mail mitgeliefert werden.

Ein guter Einleitungstext für einen Fragebogen sollte folgende Elemente enthalten:

  • Liefern Sie alle relevanten Informationen zur Befragung, also z.B. das Thema und den Grund der Befragung.
  • Geben Sie Dauer und Länge der Befragung an, und informieren Sie über Beginn und Ende des Befragungs-Zeitraums.
  • Sprechen Sie Ihren Umgang mit Daten an (je nach Thema und Zielgruppe).
  • Geben Sie möglichst eine Kontaktmöglichkeit im Falle von Rückfragen an, idealerweise mit eine:m spezifischen Ansprechpartner:in.

Ausfüllhilfe im Fragebogen

Eine Ausfüllhilfe erleichtert den Befragten das Ausfüllen des Fragebogens. In der Ausfüllhilfe wird z.B. direkt am Beginn der Befragung erläutert, welche Skalen z.B. verwendet werden, ob es Abweichungen innerhalb der Befragungen gibt, ob es bei Nicht-Beantwortung beispielsweise einen Ausweich-Code oder ob es offene Fragengibt. Hintergrund dieser Ausfüllhilfe ist, dass man sich durch diese textliche Erläuterung am Anfang erspart, bei jeder einzeln Frage noch einmal irgendeine Erklärung mitzuliefern zum Thema Skalen, Ausweich-Code, offene Fragen und so weiter.

Fragebogen

Fragebogen-Schlusstext

So wie bei einem Gespräch gehört auch zu einem Fragebogen eine ordentliche Verabschiedung. Und diesen Abschiedsgruß übernimmt in Ihrem Fragebogen der Schlusstext. Darin können Sie sich zum Beispiel für die Teilnahme an der Befragung bedanken, und gegebenenfalls weitere Informationen mitgeben (z.B. wo die Ergebnisse einsehbar sein werden, oder ein Hinweis auf eine Folgeseite, auf die die Befragten weitergeleitet werden).

Fragebogen

Der Ablauf: Ein roter Faden für Ihren Fragebogen

Jeder Fragebogen braucht grundsätzlich einen roten Faden. Das heißt, der Fragebogen an sich, die Gestaltung sollte abwechslungsreich und dennoch nachvollziehbar sein. Es sollten also keine unstrukturierten Vermischungen von Themen-Blöcken dargestellt werden.

Ein Beispiel für einen strukturierten Fragebogen wäre wie folgt:

  • Einstieg über die Gesamtzufriedenheit mit dem Unternehmen
  • Zufriedenheit mit Leistungsaspekten
  • Weiterempfehlungs-Frage
  • Statistische Fragen

Wir von Netigate empfehlen Ihnen, sowohl im gesamten Fragebogen wie auch in den unterschiedlichen Themenblöcken vom Allgemeinen auf das Spezielle zu gehen Also in unserem Beispiel hier bei den Themenblöcke wird zunächst die Gesamt-Zufriedenheit mit dem Unternehmen abgefragt und danach erst erfolgen einzelne Leistungsaspekten (z.B. Produkte, Dienstleistungen, einzelne Mitarbeiter). Und wenn wir dann die Leistungsaspekte abfragen, werden wir auch das gleiche Prinzip wieder verfolgen. Wir gehen auch wieder vom Allgemeinen zum Speziellen.

Soziodemografische Merkmale im Fragebogen

Ein ganz wichtiger Punkt, der oft auch übersehen wird, sind die soziodemografischen Merkmale. Wenn es um statistische Aspekte geht, sollten diese möglichst am Ende abgefragt werden. Ausnahme wäre, wenn diese für die Steuerung des Fragebogens, also für eine Filter-Führung relevant sind. Aber ansonsten bitte setzen Sie sie immer möglichst hinten ans Ende des Fragebogens.

Hintergrund ist, dass solches soziodemografischen Fragen oder statistische Fragen auch heikle Themen betreffen können, z.B. des Haushalts Netto-Einkommen wäre so ein Thema, das Sie am Ende abfragen sollten, eben um die Abbrecherquote möglichst gering zu halten. Stellen Sie sich vor, die Frage kommt am Anfang. Viele Befragte sind dann ja vielleicht schon ein wenig vor den Kopf gestoßen und brechen direkt ab. Wenn Sie die Frage am Ende stellen, haben sie den Hauptteil oder fast schon die ganze Befragung ausgefüllt. Sollte dann noch einer abbrechen, haben Sie zumindest die Daten von vorher eingesammelt.


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Formale Kriterien eines Fragebogens

Neben den Umgang mit der Sprache gibt es beim Erstellen eines Fragebogens einige formale Kriterien zu beachten. Diese zeigen besonders ihren Effekt beim Auswerten des Fragebogens.

Welche Skalierung von Fragen im Fragebogen?

Immer wieder kommen Netigate-Umfrage-Nutzer auf uns zu, und fragen nach der “richtigen Skala”. Und doch gibt es hier leider keine einfache Antwort – denn die “richtige” Skala bei Umfragen gibt es nicht. Dennoch möchten wir Ihnen hier einige Erfahrungswerte aus unserer täglichen Arbeit mit an die Hand geben:

Verwenden Sie im Fragebogen möglichst die gleiche Skalierungsebene

Verwenden Sie bei Ihren Fragen im Fragebogen immer eine gleiche Skalierungsebene, um den Befragten über die Zeit daran zu gewöhnen. Die typischen Skalen sind die Zufriedenheits-Skala und die Zustimmungs-Skala.

Fragebogen

Vermeiden Sie zu starke Wechsel innerhalb des Fragebogen. In unserem Beispiel haben wir links einmal eine 5 stufige Zustimmungs-Skala und rechts in der nächsten Frage hätten wir dann eine 8 stufige Effektivitäts-Skala. Solche krassen Wechsel sollten Sie definitiv vermeiden.

Die rechte Skala könnten Sie beispielsweise auch umformulieren als Statement-Skala oder als Statement, also wie empfinden Sie das Arbeiten von Zuhause könnte man umformulieren als ich empfindet das Arbeiten von Zuhause als effektiv und könnten dann eine vergleichbare Skala, wie nebenan links, eine Zustimmungs-Skala, dann wiederum verwenden.

Vereinheitlichen Sie die Skalierungsrichtung im Fragebogen

Neben der Skalierung selbst beachten Sie, dass die Richtung der Skalierung über den gesamten Fragebogen einheitlich ist. Behalten Sie die Richtung bei, um zu vermeiden, dass der Befragte Änderungen, Sprünge in der Skala Richtung einfach übersieht und dann “falsch” beantwortet.

Dies ist natürlich keine “falsche Antwort”, aber wenn die Befragten die Skalenrichtungen verwechseln, erhalten Sie unbewusst falsche Antworten. Sollte es jedoch der Fall sein und es ist unvermeidbar, dass Sie noch eine zusätzliche Skala mit aufnehmen, dann weisen Sie bitte schriftlich bei der Skala bei der Frage darauf hin, dass wir jetzt einen Skalen.Wechsel haben.

Eine typische Skala, die nicht dieser 5er Skala entspricht, ist der sogenannte Net Promotor Score, der auf einer Skala von 0 bis 10 fix festgelegt ist. Hier raten wir auch immer dazu, zu sagen: Achtung, hier gibt es jetzt einen Skalen-Wechsel, jetzt nutzen wir eine andere Skala, um Missverständnisse zu vermeiden.

Welche Skalen-Punkte verwende ich im Fragebogen?

Schauen wir uns nun mal das Thema Skalen-Punkte im Fragebogen ein bisschen genauer an. Wir raten grundsätzlich zu 5 Skalen-Punkten, maximal 7. Das hat mit dem Thema optimale Skalen-Breite zu tun, denn Sie sollten niemals eine Skala zu breit aufstellen. Wenn Sie zu viele Skalen Punkte darstellen, dann führt das gegebenenfalls zu der intellektuellen Überforderung der Befragten. Aber eine Skala sollte auch nicht zu engmaschig sein, weil nur so können Sie überhaupt eine differenzierte oder hinreichend differenzierte Bewertung ermöglichen.

Gerade oder ungerade Zahlen? Unser Tipp für Ihren Fragebogen

Warum ungerade Zahlen? Bei geraden Zahlen zwingt man den Befragten prinzipiell zu einer Entscheidung. Also man müsste sich positiv oder negativ in eine Richtung entscheiden und festlegen. Und so hätte der Befragte keine Chance, die mittlere Position oder eine mittlere Position auszuwählen, obwohl er oder sie sich dort inhaltlich tatsächlich zugehörig fühlt. Und durch diese “Freiheitsenteignung” kann es gegebenenfalls passieren, dass der Befragte dann irgendeine Antwort gibt oder im schlimmsten Falle eben gar keine und sogar abbricht.

Soll ich eine Noten-Skala im Fragebogen verwenden?

In vielen Fragebögen wird zum Beispiel auch die Schulnoten-Skala verwendet. Dagegen spricht zunächst einmal nichts. In unserem Beispiel haben wir die Skala dennoch “umgedreht” und die 5 steht dort für “sehr gut”. Warum ist das so? Denken Sie an eine Mittelwert-Berechnung für die Auswertung der Umfrage – und Sie möchten dann zum Beispiel ein Balkendiagramm in Powerpoint einfügen.

Stellen Sie sich vor, grundsätzlich, wenn wir ein Balkendiagramm sehen, was denken wir? Je breiter es ist, desto besser ist die Bewertung und je schmaler, desto schlechter. Deswegen würden wir hier die 5 als beste und die 1 als schlechteste nehmen. Aber auch andersherum wäre es absolut nicht falsch. Das ist nur eine methodische Frage, die Sie für sich klären sollten.

Verwendung von Ausweich-Codes im Fragebogen

Ganz gleich, ob Sie eine gerade oder ungerade Skalierung in Ihrem Fragebogen verwenden: Nutzen Sie auf jeden Fall auch immer einen Ausweich-Code (z.B. “weiß nicht”). Damit vermeiden Sie, dass die meisten Teilnehmer die mittlere Variante nehmen.

Das bedeutet: Wenn Ihre Umfrage-Teilnehmer sich bei einer Frage absolut nicht festlegen können, schaffen Sie mit einem Ausweichcode wie “kann ich nicht beurteilen/ Weiß ich nicht/ Keine Angabe.” die Möglichkeit, falsche Antworten und Abbruchquoten zu reduzieren.

Unser Tipp für Ihren Fragebogen: Die endpunktbenannte Skalierung

Schließlich empfehlen wir Ihnen beim Erstellen Ihres Fragebogens noch die sogenannte “endpunktbenannte Skalierung”. Diese bedeutet, dass in Ihrer Skala nur die Extrempunkte bennant werden, und alle Punkte dazwischen nur nummeriert werden. Warum?

Fragebogen

In der Darstellung oben sehen Sie eine Skala mit allen Punkten benannt, unten nur mit den Extrempunkten. Der Grund für die Empfehlung der Zahlenskala liegt in der Methodik und Auswertung: Denn für eine professionelle Umfrage-Auswertung kommen häufig statistische Methoden zum Einsatz, wie zum Beispiel Regressions-Analysen, Faktoren-Analysen, etc.

Für Rechnungen mit diesen Analysen sind Sie auf Zahlenwerte mit gleichem Abstand angewiesen – wie sie eben eine Zahlenskala aufweist.

Bei Skalen, die nur Beschreibungen enthalten, kommen noch weitere Probleme im Fragebogen auf Sie zu:

  • Umfrageteilnehmer können die Angaben missverstehen, oder unterschiedlich interpretieren
  • Bei zu vielen Skalenpunkten wird eine “Verbalisierung” der Skala (das Fassen in Worte) teilweise zu einer sehr schweren Arbeit.

Lesen Sie: Checkliste für eine Befragung zur Employee Experience (EX)


Wie behandle ich offene Fragen im Fragebogen

Grundsätzlich unterscheiden wir offene und geschlossene Fragen im Fragebogen. Offen sind dabei nicht die Fragen, sondern die Antworten. Die Verwendung von solchen offenen Fragen, wie wir jetzt hier im Beispiel sehen, ist dann sinnvoll, wenn man entweder vom Befragungsthema noch nicht allzu viel weiß, oder das Universum möglicher Antworten ist unbekannt oder sehr groß. Offene Fragen sind aber auch eine gute Wahl, wenn Sie die Befragten nicht in eine bestimmte Richtung lenken möchten.

Offene Frage

Was man aber immer im Hinterkopf behalten sollte, ist, dass der Aufwand der Auswertung solcher offener Fragen, also eine dahinterliegende Kodierung, die man dann letztendlich braucht, immer mit hohem Aufwand verbunden ist. So eine Auswertung benötigt dann eine Kodierung, eine Themenfindung, um letztendlich auch Häufigkeiten zu gewissen Themen auswerten zu können. Daher macht es Sinn solche offenen Fragen dann zu stellen, wenn in zuvor gestellten Fragen gegebenenfalls kritische Bewertungen angegeben wurden oder ganz am Ende eines Fragebogen, um nochmal Hinweise oder Vorschläge von den Befragten einzuholen.

Verwendung von geschlossene Fragen im Fragebogen

Für quantitative Befragungen ist es daher geeigneter, sogenannte geschlossene Fragen zu nutzen. Das ist immer dann, wenn man eine begrenzte definierte Anzahl möglicher Antwort Kategorien hat und man also das Universum der Antworten sicher kennt. Aber auch bei den geschlossenen Fragen sollten Sie vermeiden, dass die Antwort-Kategorien sich überlappen.

Fragebogen

Die Antworten Ihres Fragebogen sollten immer trennscharf sein. Im linken Beispiel sehen Sie, dass zum Beispiel ein Kunde mit 3 Jahren Beziehung zum Unternehmen zwei Auswahlmöglichkeiten hätte. Daher achten Sie immer darauf, dass die Antwortmöglichkeiten trennscharf sind, so wie im Beispiel rechts. Da weiß der Kunde genau: “Ich bin jetzt seit 3 Jahren mit dabei.” Das heißt, sagen wir 3 Jahre und 2 Monate und dann weiß ich, ich wäre dann in der Kategorie über “3 Jahre bis 5 Jahre” mit einkategorisierbar.

Verwendung von halboffenen Fragen im Fragebogen

Wenn das Universum mögliche Antworten auf eine Frage zwar gut abschätzbar ist, aber nicht definitiv bestimmbar, dann eignet sich auch die Verwendung einer sogenannten halboffenen Frage in Ihrem Fragebogen. Das heißt, Sie sollten eine Zusatzkategorie mit in die Frage aufnehmen, die Sie z.B. “Sonstiges” benennen können, die dann auch offene Fragen ermöglicht. In unserem Beispiel hier bei der Frage “Welche Produkte haben Sie bei uns in den letzten 6 Monaten gekauft?”. In der Regel sind es Schuhe, T-Shirts und Hosen, aber um auch andere Antworten zu ermöglichen, die uns vielleicht gar nicht in den Sinn gekommen sind, haben wir so eine offene Frage mit aufgenommen. Und dann hat in diesem Beispiel derjenige die Produktgruppe Socken mit angegeben.

Halboffene Frage

Der zeitliche Bezug im Fragebogen

Vor allem bei Verhaltensfragen sollten Sie einen zeitlichen Bezug verwenden. Fragen wie: wie oft haben Sie innerhalb der letzten sechs Monaten Produkte von uns gekauft? ermöglichen es, diesen Zeitrahmen ein bisschen einzugrenzen. Und diese zeitliche Beschränkung vereinfachtes dem Befragten sich nämlich dann auch zu erinnern oder einfacher zu erinnern und überfordert ihn nicht kognitiv.

Randomisierung von Fragen

Bei sogenannten Matrixfragen in Ihrem Fragebogen sollten Sie die Frage-Items möglichst “randomisiert” darstellen, also in zufälliger Reihenfolge. Wie Sie auch im Beispiel sehen, würde jeder Befragte bekäme eine unterschiedliche Reihenfolge dieser drei Items wie wir sie im Beispiel dargestellt bekommen. Der erste Befragte hätte die Reihenfolge Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit. Der nächste hätte Schnelligkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit.

Fragebogen

Download: 10 Fragen, die Sie sich vor der Auswahl einer Befragungs-Software stellen sollten


Technische Kriterien eines Fragbogens

Zum Schluss noch ein paar Hinweise, was bei der Erstellung des Fragebogens zum Thema Technik zu beachten ist.

Filterführung im Fragebogen

Wenn Sie Filterführung in Ihrem Fragebogen nutzen, sollte die Filterführung bzw. die Logik immer sinnvoll sein. Das heißt, die richtigen Gruppen von Teilnehmern sollten die richtigen Fragen angezeigt bekommen. In unserem Beispiel haben wir eine Frage, In welchem Bereich arbeiten Sie? Dann könnten Sie auswählen: Ich bin im Bereich Vertrieb oder ich bin im Bereich Finanzen. Für die Menschen, die im Vertrieb sind, sollte die Folgefrage dann wie folgt lauten: In welcher Abteilung arbeiten Sie? Da gibt es dann zum Beispiel Innendienst und Außendienst, während die Finanz-Kollegen dann zum Beispiel zwischen Buchhaltung und Controlling auswählen können.

Filter

Das heißt Filter-Fragen können Sie immer dann verwenden, wenn in bestimmten Gruppen an Teilnehmern relevante Fragen gestellt werden sollen, die auch spezifisch für diese sind.

Wichtig ist aber: Achten Sie immer darauf, dass Sie keinen Teilnehmer verlieren, also dass keine Gruppe irgendwie in einer Sackgasse Ihrer Fragebogen-Logik endet und keine Folgefragen mehr sieht. Prüfen Sie also ganz genau, wer welche Fragen bekommt und ob die Logik auch funktioniert.

Einheitliches Design in Ihrem Fragebogen

Ein letzter Punkt zu den technischen Kriterien, nutzen Sie immer ein einheitliches Design. Bei unserem Umfrage-Tool Netigate können Sie natürlich auch Ihr Logo in die Umfrage einbinden und Ihre CI-Farben verwenden. Ihre einmal fertiggestellten Templates können Sie natürlich für alle weiteren Umfragen über Netigate verwenden.

Pretest des Fragebogens

In den oberen Abschnitten haben Sie nun viele Tipps & Tricks rund um die Erstellung Ihres Fragebogens erhalten. Wahrscheinlich haben Sie jetzt schon einen Entwurf Ihres Fragebogens in der Hand – herzlichen Glückwunsch dafür!

Doch: Wie gut ist dieser Fragebogen wirklich?

Wir von Netigate empfehlen immer, egal welche Befragung Sie machen, egal wie kurz, egal wie lang sie ist,: Testen Sie vor Befragungsstart bzw. vor der eigentlichen Haupt-Befragung den Fragebogen intern, auch gerne von mehreren Personen.

Zu so einem Pre-Test gehören ganz einfache, aber wesentliche Aufgaben:

  • Sich einmal durch den Fragebogen durchzuklicken
  • Relevante Aspekte genauer prüfen (z.B. Plausibilität der Inhalte)
  • Ist die Reihenfolge der Fragen sinnvoll und verständlich?
  • Funktioniert die Logik und Filterführung im Fragebogen?
  • Sind alle Einstellungen richtig gesetzt?
  • Ist die Sprache und sind die Texte verständlich?

Prüfen Sie vor allem aber auch die angegebene Dauer zum Ausfüllen des Fragebogens. Sind idese Angaben realistisch? Wenn Sie beispielsweise eine Befragungsdauer von 5 MInuten angegeben, sollte die Umfrage auch nur 5 Minuten dauern – und nicht 10 oder gar 15 Minuten. Dies würde Ihre Umfrageteilnehmer nur verärgern.

Fragebogen erstellen: Die Zusammenfassung

Sie sehen: In einem guten Fragebogen für Ihre Umfrage steckt eine ganze Menge Arbeit:

  • Die Sprache und Verständlichkeit muss gegeben sein
  • Formale Bedingungen im Fragebogen sollten korrekt sein
  • Technische Kriterien wollen beachtet werden.

Letztendlich lohnen sich diese Mühen aber für Sie: Denn mit einem gut gestalteten (und getesteten) Fragebogen haben Sie es in der Hand, die Abbruchquote bei Ihren Umfragen zu senken, sowie die Aussagekraft zu erhöhen.

In vielen Fällen reicht es auch schon, wenn Sie zum Beispiel in unserem Umfrage-Tool mit einem unserer Survey Templates starten – diese basieren auf viele der genannten Punkte.

Probieren Sie es doch einfach einmal aus: Erstellen Sie hier Ihren ersten Fragebogen mit Netigate in unserem kostenlosen Test-Konto!