Es ist nichts steht in Stein gemeiβelt: Bei dem Erstellen einer Umfrage gibt es viele verschiedene Vorgehensweisen. Wie Sie Ihre Frage stellen hat jedoch entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Antwort und damit dem gesamten Umfrageresultat. Ob Sie es nun faszinierend finden oder sich daran den Kopf zerbrechen – im Grunde genommen lassen sich Fragen in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen: Geschlossene Fragen (für quantitative Angaben) und offene Fragen (für qualitative Angaben).


Hier ein Beispiel:

  • Haben Sie die Dienstleistung als zufriedenstellend empfunden? Ja / Nein (geschlossene Frage)
  • Wie zufrieden Sind Sie über den Service auf einer Skala von 1-10? (geschlossene Frage)
  • Was ist es, das Sie besonders zufriedengestellt hat? (offene Frage)

Wie Sie vielleicht bereits gemerkt haben: Der gröβte Teil von Umfragen basiert oft auf geschlossenen Fragen, welche durch Multiple Choice, Ordinalskalen, Intervall- oder Verhältnisfragen gestellt werden können. Diese Art von Fragen erhalten eine beschränkte Datenmenge, was die Auswertung von Daten vereinfacht: Erstens sind geschlossene Fragen oft einfach beantwortet, was für manche Zielgruppen bzw. Zwecke besser geeignet sein kann. Zum Weiteren sind die Antworten oft einfach zu kodieren und auszuwerten. Es sieht so aus als wäre man auf der sicheren Seite – zumindest auf dem ersten Blick.

Bei genauerem Hinschauen wird jedoch klar: Bei der Begrenzung auf einen Fragentyp wird oftmals nicht das volle Potential Ihrer Umfrage ausgeschöpft. Dazu kommt noch, dass qualitative Erhebungen nicht besonders anspruchsvoll in der Erfassung und Auswertung der Daten sein müssen und quantitative Fragen ergänzen können – für wertvollere Einblicke. Wenn es also der Zweck und Umfang Ihrer Umfrage erlaubt: Warum nicht auch offene Fragestellung einsetzen? Wir verraten wie:

Offene Fragen geben meist interessante Aufschlüsse

So können offene Fragen zu mehr Einblick führen:

1. In Ergänzung zu geschlossenen Fragen

a) Am Ende einer Gruppe von Fragen oder Frage-Raster:

Offene Fragestellung hilft Ihnen dabei, zusätzliche Informationen zu erhalten. Dies macht es für Sie möglich, dass Gesamtbild eine Situation betrachten zu können: Nicht selten passiert es, dass Sie neue Ansatzpunkte oder Perspektiven gewinnen, welche Ihnen bei der Erstellung des Fragebogens nicht bewusst waren – Aspekte, die daher in der Erhebung ausgelassen wurden. Wenn Sie offene Fragen im Zusammenhang mit geschlossenen Fragestellungen anwenden, verringern Sie das Risiko für Fehlinterpretation. So können Sie beispielsweise Befragten die Möglichkeit geben, bei Unklarheiten in einem dafür vorgesehenen Kasten zu kommentieren.

b) Als zusätzliche Antwortmöglichkeit zu geschlossenen Fragen

Wie am Ende einer Gruppe von Fragen verwendet, können zusätzliche Kommentarfelder sich auch spezifische Unterfragen beziehen (wie z.B. bei Multiple Choice) um etwa Voraussetzungen oder sonstige Ergänzungen hinzufügen zu können. Diese Felder sollten jedoch optional gehalten werden um nicht unnötig die Antwortzeit Ihrer Umfrage zu verlängern. Bedenken Sie, dass der Befragte motiviert bleiben soll. Indem Sie die Möglichkeit geben, geschlossene Fragen zu ergänzen, steigern Sie die Chance komplettierende Voraussetzungen oder sonstige Erklärungen zum besseren Verständnis Ihrer Daten einzufangen. Diese Methode kann auch dazu genutzt werden, andere Antworten zu überprüfen um signifikante Ergebnisse zu liefern.

2. Freistehende offene Fragen

Manchmal bietet es sich an, offene Fragen im Voraus einer geschlossesen Frage zu stellen oder vollständig ”freistehend”. Dadurch werden Befragte dazu ermuntert, spontan zu antworten oder bringen neue Eindrücke durch eigenes „Brainstorming” ohne dass Sie bereits von zuvor bereitgestellten Optionen beeinflusst wurden. Dieser Fragetyp kann besonders hilfreich für die Erschlieβung komplexer Themen sein oder ebenfalls für Umfrageauswertung genutzt werden.

Bevor Sie sofort eine Serie von Umfragen mit ähnlichem Design starten, würden wir Ihnen empfehlen, bei der Auswertung und Evaluation Ihres ersten Fragekatalog besonders achtsam vorzugehen. Gibt es Bereiche, die Sie weiter verdeutlichen müssen? Offene Fragen werden Ihnen dabei helfen, Fehler im Weiteren Verlauf zu vermeiden und Ihre Umfragen erfolgreicher zu machen.

3. Analyse in der ”Schlagwortwolke”

Eine Schlagwortwolke ist nichts anderes als eine Wolke mit Schlagwörtern… wie in diesem Bild.
Die Beantwortung Ihrer offenen Fragen liefert eine Zahl eindrucksvoller Wörter, die hier zusammengestellt werden. Je öfter bestimmte Schlüsselwörter in dem spezifischen Zusammenhang angegeben wurden, desto stärker werden Sie in der Wolke betont. Dies ist eine einfache Weise, aus einer qualitative Datenerhebung greifbare Ergebnisse zu erhalten. Die gesammelten Daten müssen daher nicht unbedingt kodiert zu werden um direkten Eindruck zu schenken – stattdessen können die Resultate direkt in Berichten und Präsentationen genutzt werden: Für eine einfache jedoch kraftvolle Visualisierung von Daten.

modules_wordcloud

Offene und geschlossene Fragen – beide Fragetypen haben Ihren verdienten Platz

Ist sich Ihr Geschäft am verbessern oder nicht? Während quantitative Fragen Ihnen klare Einsicht in der Form von numerischen Resultaten geben werden, streben offene Fragen tiefergehende Einblicke an: Was ist es genau, das verbessert werden kann?

Letztendllich gibt es kein “optimales” Verhältnis zwischen qualitativen und quantitativen Fragen, es ist oftmals von dem Zweck und der Zielgruppe abhängig wie Sie Ihre Fragen stelln. Beispielsweise hat sich in skandinavischen Patientenstudien gezeigt, dass optionale Kommentarfelder von 76% der Befragten geschätzt wurden. Es ist jedoch von Vorteil, beide Fragetypen strategisch einzusetzen um das Beste aus Ihrer Umfrage herauszuholen. Wenn Sie in Ihrer Situation nicht wissen, wie Sie Ihren Fragenkatalog am Besten gestalten und Rat brauchen, schauen Sie doch einmal in unseren Artikeln Wie viele Fragen sind zu viele? oder Diese 5 Tipps verbessern die Antwortrate Ihrer Umfrage.