Am 24. September 2020 gab Jennifer Eisenhauer, Research & Insight Consultant bei Netigate, Tipps wie Sie Ihren Fragebogen optimieren, um eine hohe Teilnahmebereitschaft und letztlich wertvolle Ergebnisse für Ihr Unternehmen zu erzielen. In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Aspekte zusammengefasst.

Jennifer Eisenhauer

Das Hauptziel einer jeden Befragung, sei es eine Kunden-, Mitarbeiter- oder Marktbefragung, ist zum einen eine möglichst hohe Rücklaufquote und zum anderen aussagekräftige Antworten zu erhalten. Dafür muss ein Fragebogen optimal operationalisiert werden. Die Fragen müssen immer so formuliert sein und aufgebaut werden, dass Sie später auch die Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen daraus ableiten können.

Vor dem Start einer jeden Befragung sind immer verschiedene Schritte einfach umzusetzen. Sowas wie Definition der Zielgruppe, Festlegung der Methodik, Stichprobengröße, zeitliche Planung, Forschungsfrage und Ziel definieren oder auch die Themengebiete festlegen. Diese Punkte sind eigentlich immer relativ schnell abgehakt.

Am Ende steht dann aber häufig noch der mitunter wichtigste Punkt aus, und zwar der Fragebogen, die Fragebogenerstellung an und für sich. Auch wir bei Professional Services stellen im Alltag immer wieder fest, dass unsere Kunden gerade an diesem Punkt der Fragebogen-Erstellung die eine oder andere Schwierigkeit haben. Meist inhaltlich, aber vor allem auch bezüglich des Aufbaus und der optimalen Operationalisierung. Dabei entscheidet die Fragebogen Konzeption letztlich aber immer über die Qualität der Ergebnisse und somit auch über den gesamten Studienerfolg. Deshalb möchte ich Ihnen jetzt ein paar Tipps und Tricks zeigen, die Ihnen auch die Gestaltung prinzipiell leichter fallen lässt und letztlich auch die Qualität verbessern soll.

Inhaltliche Kriterien

Einleitungstext

Was manche tatsächlich ein bisschen achtlos behandeln, das sind vor allem der Start und das Ende einer Befragung. Am Anfang ist es auch schon sehr wichtig, Aspekte an die Befragten heranzutragen und zu kommunizieren. Es sollte immer ein Einleitungssatz bzw. ein Einladungstext z.B. in der Mail mitgeliefert werden. Der Einleitungstext sollte alle relevanten Informationen zur Befragung enthalten, also beispielsweise das Befragungsthema und der Grund der Befragung. Auch sollte die Dauer und die Länge der Befragung mit angegeben werden. Man sollte auch kommunizieren, wann die Befragung anfängt und wann sie endet. Und auch Themen wie der Umgang mit Daten kann relevant werden, je nach Thema und Zielgruppe. Was Sie außerdem mit angeben können ist immer eine Kontaktmöglichkeit, wenn jemand Rückfragen hat oder einen spezifischen Ansprechpartner.

Ausfüllhilfe

Beispielsweise ist es auch immer sinnvoll, eine sogenannte Ausfüllhilfe zu formulieren.

Das erleichtert einem das Ausfüllen des Fragebogens als Befragter. Hierbei wird einmal direkt am Beginn der Befragung erläutert, welche Skalen z.B. verwendet werden, ob es Abweichungen innerhalb der Befragungen gibt, ob es bei Nicht-Beantwortung beispielsweise einen Ausweich-Code oder ob es offene Fragengibt. Hintergrund dieser Ausfüllhilfe ist, dass man sich durch diese textliche Erläuterung am Anfang erspart, bei jeder einzeln Frage noch einmal irgendeine Erklärung mitzuliefern zum Thema Skalen, Ausweich-Code, offene Fragen und so weiter.

Fragebogen

Schlusstext

Und natürlich sollte eine Befragung auch nicht einfach so geendet werden. Man sollte natürlich auch noch einen kleinen Schlusstext mitliefern, z.B. um sich für die Teilnahme an der Befragung zu bedanken oder gegebenenfalls noch Informationen mitzugeben, beispielsweise wo die Ergebnisse einsehbar sein werden oder ein Hinweis dazu, auf welche Folgeseite der Befragte dann gleich weitergeleitet wird.

Fragebogen

Sprachliche Gestaltung

Das ist ein Punkt, der immer logisch erscheint oder logisch wirkt, aber hier gibt es auch den einen oder anderen Fallstrick, der bei der Gestaltung einfach auch bereitsteht.

Von daher sollte natürlich die Sprache immer zur Zielgruppe passen und immer an die Zielgruppe angepasst werden. Die Sprache und damit auch die Fragen sind immer, egal bei welcher Befragung, im hohen Maße kontextabhängig. Zudem sollten Begriffe, egal für welche Befragung, der Teilnehmer Gruppe immer klar verständlich, bekannt und auch einfach formuliert sein. Wenn Sie Fachtermini nutzen möchten, nutzen müssen, dann geben Sie auch unter Umständen Erklärungen mit ab, dass der Befragte weiß, was ist überhaupt damit gemeint. Nutzen Sie kurze, prägnante Fragen, also vermeiden Sie lange, komplexe Fragen, die sich über Zeilen erstrecken und man viel Text lesen muss und das Ganze zu komplex wird, um es überhaupt schnell und einfach zu verstehen.

Und vermeiden Sie mehrdeutige Begriffe, beispielsweise die Formulierung: Wie lange dauert es, bis Sie die nächste Bank erreichen? Es mag vielleicht aus dem Kontext der Befragung einhergehen, was für eine Banken gemeint ist. Aber ist das jetzt eine Volksbank? Ist das eine Parkbank? Erklären Sie genau, was Sie überhaupt meinen. Und vermeiden Sie wie gesagt, diese Doppeldeutigkeit. Vermeiden Sie außerdem doppelte Verneinungen. Ein Beispiel ist hier ganz typisch: Ja, ich bin nicht unzufrieden. Das macht zwar Sinn, ist aber kognitiv erst einmal ein bisschen kompliziert. Also sagen Sie lieber, ich bin zufrieden, anstatt Ich bin nicht unzufrieden, um eben diese kognitive Überforderung der Befragten zu vermeiden.

Und zum Schluss sollten auch alle Fragen neutral und ohne Wertung formuliert sein. Das heißt, vermeiden Sie bitte Suggestivfragen, Unterstellungen oder hypothetische Fragen wie beispielsweise Finden Sie nicht auch, dass das neue Logo sehr gut geworden ist? Mit so einer Formulierung drängen Sie den Befragten in ein gewisses Antwortverhalten und beeinflussen es. Das ist nicht im Sinne ihrer Repräsentativität, die Leute in eine gewisse Richtung zu bedrängen.

Fragebogen Ablauf

Was muss man hier alles beachten? Jeder Fragebogen braucht grundsätzlich einen roten Faden. Das heißt, der Fragebogen an sich, die Gestaltung sollte abwechslungsreich sein, aber nicht zu wild. Es sollten also keine unstrukturierten Vermischungen von Themen Blöcken dargestellt werden.

Ein Beispiel könnte sein, wir hätten einen Einstieg als Thema 1, dann Gesamtzufriedenheit mit dem Unternehmen. Danach gehen wir rein in die Zufriedenheit mit Leistungsaspekten, haben am Ende noch eine Weiterempfehlungs-Frage und hinten raus dann noch statistische Fragen.

Was ich immer rate, ob das jetzt über den Fragebogen hinweg oder in verschiedenen Themenblöcke ist, immer vom Allgemeinen zum Speziellen zu gehen. Also in unserem Beispiel hier bei den Themenblöcke wird zunächst die Gesamt-Zufriedenheit mit dem Unternehmen abgefragt und danach erst erfolgen einzelne Leistungsaspekte. Was meine ich mit Leistungsaspekten: z.B. Produkte, Dienstleistungen, die Mitarbeiter können bewertet werden. All das sind Leistungsaspekte. Und wenn wir dann die Leistungsaspekte abfragen, werden wir auch das gleiche Prinzip wieder verfolgen. Wir gehen auch wieder vom Allgemeinen zum Speziellen.

Ich hab hier mal ein Beispiel zu dem Thema Mitarbeiter mitgebracht. Hier wird also auch erst die Gesamt-Zufriedenheit mit den Mitarbeitern abgefragt und dann gehen wir ins Spezifische rein. Also spezifische Aspekte, die sich auf die Mitarbeiter beziehen z.B. Freundlichkeit wird abgefragt oder Motivation oder Kommunikationsfähigkeit und so weiter.

Ein ganz wichtiger Punkt, der oft auch achtlos behandelt wird, sind die soziodemografischen Merkmale. Wenn es um statistische Aspekte geht, sollten diese möglichst am Ende abgefragt werden. Ausnahme wäre, wenn diese für die Steuerung des Fragebogens, also für eine Filter Führung relevant sind, dann gilt das nicht. Aber ansonsten bitte setzen Sie sie immer möglichst hinten ans Ende des Fragebogens. Hintergrund ist, dass solches soziodemografischen Fragen oder statistische Fragen auch heikle Themen betreffen können, z.B. des Haushalts Netto-Einkommen wäre so ein Thema, das Sie am Ende abfragen sollten, eben um die Abbrecherquote möglichst gering zu halten. Stellen Sie sich vor, die Frage kommt am Anfang. Viele Befragte sind dann ja vielleicht schon ein wenig vor den Kopf gestoßen und brechen direkt ab. Wenn Sie die Frage am Ende stellen, haben sie den Hauptteil oder fast schon die ganze Befragung ausgefüllt. Sollte dann noch einer abbrechen, haben Sie zumindest die Daten von vorher eingesammelt.

Formale Kriterien

Skalierung

Immer wieder gibt es viele Fragen, wie mache ich eigentlich die richtige Skala? Ich sag mal, die Diskussion um die richtige Skala ist gefühlt ungefähr so alt wie die moderne Umfrage Forschung selbst. Und ich kann auch direkt zu Anfang den Schluss ziehen, es gibt die richtige Skala einfach nicht. Also all das, was ich Ihnen sage, das ist ein Ratschlag meinerseits, das ist quasi meine Weltanschauung und andere, ja Forscher, Marktforscher haben sicherlich vielleicht noch eine abweichende Meinung. Nichtsdestotrotz möchte ich Ihnen heute die Ratschläge von meiner Seite mit an die Hand geben.

Verwenden Sie zum Ersten immer möglichst eine gleiche Skalierungsebene, um den Befragten über die Zeit daran zu gewöhnen. Wir sagen immer nutzen Sie, wenn es geht eine Skala. Maximal zwei Skalen. Die typischen Skalen sind die Zufriedenheits-Skala und die Zustimmungs-Skala.

Fragebogen

Vermeiden Sie definitiv zu starke Wechsel innerhalb der Befragung. In unserem Beispiel haben wir links einmal eine 5 stufige Zustimmungs-Skala und rechts in der nächsten Frage hätten wir dann eine 8 stufige Effektivitäts-Skala. Solche krassen Wechsel sollten Sie definitiv vermeiden. Die rechte Skala könnten Sie beispielsweise auch umformulieren als Statement-Skala oder als Statement, also wie empfinden Sie das Arbeiten von Zuhause könnte man umformulieren als ich empfindet das Arbeiten von Zuhause als effektiv und könnten dann eine vergleichbare Skala, wie nebenan links, eine Zustimmungs-Skala, dann wiederum verwenden.

Sie sollten im besten Falle auch aufpassen, dass die Richtung der Skalierung über den gesamten Fragebogen einheitlich ist. Behalten Sie die Richtung bei, um zu vermeiden, dass der Befragte Änderungen, Sprünge in der Skala Richtung einfach übersieht und dann falsch beantwortet. Also nicht wirklich falsch beantwortet, aber wenn er das nicht durchblickt und immer denkt es ist die gleiche Skala, dann wird er natürlich bei der Skalen Richtung Auswechslung die falschen Skalen Punkte auswählen und dann unbewusst falsch antworten. Sollte es jedoch der Fall sein und es ist unvermeidbar, dass Sie noch eine zusätzliche Skala mit aufnehmen, dann weisen Sie bitte schriftlich bei der Skala bei der Frage darauf hin, dass wir jetzt einen Skalen Wechsel haben. So eine typische Skala, die nicht dieser 5er Skala entspricht, ist der sogenannte Net Promotor Score. Ich denke, die meisten von Ihnen kennen den vielleicht als üblichen Key Performance Indicator, der eben auf einer Skala von 0 bis 10 einfach fix festgelegt ist. Hier raten wir auch immer dazu, zu sagen: Achtung, hier gibt es jetzt einen Skalen Wechsel, jetzt nutzen wir eine andere Skala. Nicht, dass der Befragte sich dann vielleicht verwirrt fühlt.

Schauen wir uns nun mal das Thema Skalen Punkte ein bisschen genauer an. Wir raten grundsätzlich zu 5 Skalen Punkten, maximal 7. Das hat mit dem Thema optimale Skalen Breite zu tun, denn Sie sollten niemals eine Skala zu breit aufstellen. Wenn Sie zu viele Skalen Punkte darstellen, dann führt das gegebenenfalls zu der intellektuellen Überforderung der Befragten. Aber eine Skala sollte auch nicht zu engmaschig sein, weil nur so können sie überhaupt eine differenzierte oder hinreichend differenzierte Bewertung ermöglichen.

Warum ungerade Zahlen? Bei geraden Zahlen zwingt man den Befragten prinzipiell zu einer Entscheidung. Also man müsste sich positiv oder negativ in eine Richtung entscheiden und festlegen. Und so hätte der Befragte keine Chance, die mittlere Position oder eine mittlere Position auszuwählen, obwohl er sich dort inhaltlich tatsächlich zugehörig fühlt. Und durch diese Freiheitsenteignung kann es gegebenenfalls passieren, dass der Befragte dann irgendeine Antwort gibt oder im schlimmsten Falle eben gar keine und sogar abbricht.

Auch gegen eine Noten-Skala spricht grundsätzlich nichts, wie gesagt, das ist unser Rat. Oftmals wird tatsächlich auch die Schulnoten Thematik verwendet. Dennoch haben wir in unserem Beispiel die 5 als sehr gut. Hintergrund ist beispielsweise, wenn Sie an eine Mittelwert Berechnung denken und die Auswertung gemacht haben und dann möchten Sie ein Balkendiagramm in Ihre PowerPoint einfügen. Stellen Sie sich vor, grundsätzlich, wenn wir ein Balkendiagramm sehen, was denken wir? Je breiter es ist, desto besser ist die Bewertung und je schmaler, desto schlechter. Deswegen würden wir hier die 5 als beste und die 1 als schlechteste nehmen. Aber auch andersherum wäre es absolut nicht falsch. Das ist nur eine methodische Angelegenheit.

Wir raten außerdem dazu, egal ob Sie jetzt eine gerade oder eine ungerade Skalierung benutzen, nutzen Sie auch immer einen Ausweich Code. Damit vermeiden Sie, dass die meisten Teilnehmer die mittlere Variante nehmen. Wenn ich mich absolut nicht zuordnen kann für eine Frage oder ein Statement, dann kann ich hier über „kann ich nicht beurteilen/ Weiß ich nicht/ Keine Angabe.“ einen Ausweich Code festlegen, um auch zu vermeiden, dass sich jemand fälschlicherweise festlegen muss oder auch um die Abbruch-Rate zu minimieren. Es gibt natürlich immer eine Frage, wo Befragte sich nicht einordnen können, einordnen wollen. Und damit kann man das vermeiden.

Zum Schluß empfehlen wir noch eine Endpunkt benannter Skalierung. Das heißt, es werden hier die Extrempunkte benannt und alles dazwischen nur nummeriert. Warum ist das so?

Fragebogen

Oben sehen Sie, da wäre jeder Skala Punkt benannt und unten habe ich nur die beiden Extrempunkte verbalisiert. Das ist so, weil in der Sozialforschung werden bei der Erhebung von Meinungen, Verhalten, Einstellungen immer sogenannte Intervall-Skalen benötigt. Die typischste Intervall-Skala ist die Temperatur Skala und nur diese Intervall-Skalen weisen überhaupt eine perfekte Gleichabständigkeit zwischen den Skalenpunkten auf und wiederum dadurch können Mittelwerte valide ermittelt werden. Damit können auch elaborierte Auswertungen z.B. wie Regressions-Analysen, Faktoren-Analysen usw. durchgeführt werden. Deswegen brauchen wir diese Gleichabständigkeit und Zahlen ermöglichen eben diese Gleichabständigkeit zu bewahren.

Und bei komplett verbalisiert Skalen wie in unserem Beispiel oben, da gibt’s noch zwei weitere Probleme. Die Skalen Punkte können zum einen von verschiedenen Personen gegebenenfalls anders verstanden werden, je nachdem, wie man es natürlich verbalisiert. Und bei zu vielen Skalenpunkten, stößt man gegebenenfalls an die Grenzen der angemessenen Verbalisierung. In unserem Beispiel geht das noch, aber je nach Skala kann es sein, dass man gar nicht mehr weiß, wie benenne ich jetzt eigentlich die Skalenpunkte. Das wird vermieden, wenn wir diese Endpunkt benannten Skalen nutzen.

Offene Fragen

Grundsätzlich unterscheiden wir offene und geschlossene Fragen. Offen sind dabei nicht die Fragen, sondern die Antworten. Die Verwendung von solchen offenen Fragen, wie wir jetzt hier im Beispiel sehen, macht immer dann Sinn, wenn man entweder vom Befragungsthema noch nicht allzu viel Wissen vorhanden hat oder das Universum möglicher Antworten ist unbekannt oder sehr sehr groß. Oder auch, wenn man vermeiden möchte, dass Befragte in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

Offene Frage

Was man aber immer im Hinterkopf behalten sollte, ist, dass der Aufwand der Auswertung solcher offener Fragen, also eine dahinterliegende Kodierung, die man dann letztendlich braucht, immer mit hohem Aufwand verbunden ist. So eine Auswertung benötigt dann eine Kodierung, eine Themenfindung, um letztendlich auch Häufigkeiten zu gewissen Themen auswerten zu können. Daher macht es Sinn solche offenen Fragen dann zu stellen, wenn in zuvor gestellten Fragen gegebenenfalls kritische Bewertungen angegeben wurden oder ganz am Ende eines Fragebogen, um nochmal Hinweise oder Vorschläge von den Befragten einzuholen.

Geschlossene Fragen

Für quantitative Befragungen ist es daher geeigneter, sogenannte geschlossene Fragen zu nutzen. Das ist immer dann, wenn man eine begrenzte definierte Anzahl möglicher Antwort Kategorien hat und man also das Universum der Antworten sicher kennt. Aber auch bei den geschlossenen Fragen sollte man vermeiden, dass die Antwort Kategorien sich überlappen. Also ich hab jetzt auch mal wieder ein Negativ- und ein Positivbeispiel mitgebracht.

Fragebogen

Die Antworten Ihres Fragebogen sollten immer trennscharf sein. Im linken Beispiel sehen Sie, wenn ich jetzt sage, wie viele Jahre sind Sie bereits Kunde bei Unternehmen XY und wäre jetzt ein Kunde mit 3 Jahre dabei, dann hätte dieser 2 Antwort Optionen. Daher achten Sie immer darauf, dass die Antwortmöglichkeiten trennscharf sind, so wie im Beispiel rechts. Da weiß ich genau, ah, ich bin jetzt seit 3 Jahren mit dabei. Das heißt, sagen wir 3 Jahre und 2 Monate und dann weiß ich, ich wäre dann in der Kategorie über „3 Jahre bis 5 Jahre“ mit einkategorisierbar.

Halboffene Fragen

Wenn das Universum mögliche Antworten auf eine Frage zwar gut abschätzbar ist, aber nicht definitiv bestimmbar, dann eignet sich auch die Verwendung einer sogenannten halboffenen Frage, d. h. Sie sollten eine Zusatz Kategorie mit in die Frage aufnehmen, die Sie z.B. „Sonstiges“ benennen können, die dann auch offene Fragen ermöglicht. In unserem Beispiel hier bei der Frage „Welche Produkte haben Sie bei uns in den letzten 6 Monaten gekauft?“. In der Regel sind es Schuhe, T-Shirts und Hosen, aber um auch andere Antworten zu ermöglichen, die uns vielleicht gar nicht in den Sinn gekommen sind, haben wir so eine offene Frage mit aufgenommen. Und dann hat in diesem Beispiel derjenige die Produktgruppe Socken mit angegeben.

Halboffene Frage

Zeitlicher Bezug

Wichtig ist zudem ein sogenannter eindeutiger zeitlicher Bezug, vor allem bei Verhaltens Fragen. Fragen wie: wie oft haben Sie innerhalb der letzten sechs Monaten Produkte von uns gekauft? ermöglichen es, diesen Zeitrahmen ein bisschen einzugrenzen. Und diese zeitliche Beschränkung vereinfachtes dem Befragten sich nämlich dann auch zu erinnern oder einfacher zu erinnern und überfordert ihn nicht kognitiv.

Randomisierung

Zudem sollte man bei sogenannten Matrix Fragen in Ihrem Fragebogen die Frage Items möglichst auch randomisiert. Was heißt jetzt randomisierten? Das heißt, die Fragen, die Item Reihenfolge, wird je Befragtem ganz unterschiedlich gestellt. Also jeder Befragte bekäme eine unterschiedliche Reihenfolge dieser drei Items wie wir sie im Beispiel dargestellt haben. Der erste Befragte hätte die Reihenfolge Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit. Der nächste hätte Schnelligkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit. Das macht dann Sinn, wenn die Reihenfolge nicht von Ihnen vorab fix definiert ist. Dann würden Sie natürlich keine randomisierten vornehmen.

Fragebogen

Technische Kriterien

Zum Schluss noch ein paar Hinweise, was bei der Erstellung des Fragebogens zum Thema Technik zu beachten ist.

Filterführung

Wenn Sie Filterführung in Ihrem Fragebogen nutzen, sollte die Filterführung bzw. die Logik immer sinnvoll sein. Das heißt, die richtigen Gruppen sollten die richtigen Fragen bekommen. In unserem Beispiel haben wir eine Frage, In welchem Bereich arbeiten Sie? Dann könnten Sie auswählen: Ich bin Vertrieb oder ich bin Finanzen. Für die Leute, die im Vertrieb sind, sollte die Folgefrage dann wie folgt lauten: In welcher Abteilung arbeiten Sie? Da gibt’s Innendienst und Außendienst. Aber für die Leute aus dem Finanzbereich macht das sehr wenig Sinn, diese beiden Abteilungen mit aufzunehmen. Deswegen kriegen sie eine gesonderte Frage. Und zwar heißt dann die Abteilungs-Frage Buchhaltung oder Controlling.

Filter

Das heißt Filter Fragen können Sie immer dann verwenden, wenn in bestimmten Gruppen an Teilnehmern relevante Fragen gestellt werden sollen. Wichtig ist aber, achten Sie immer darauf, dass Sie keinen Teilnehmer verlieren, also dass keine Gruppe irgendwie im Nirgendwo versinkt und keine Folgefragen mehr bekommt. Prüfen Sie also ganz genau, wer welche Fragen bekommt und ob die Logik auch funktioniert.

Einheitliches Design

Ein letzter Punkt zu den technischen Kriterien, nutzen Sie immer ein einheitliches Design, also auch bei Netigate können Sie Ihr Logo hochladen oder Ihre CI-Farben verwenden. Und auch wenn Sie ein Template erstellt haben bei uns im System, können Sie das weiterhin für mehrere Umfragen benutzen.

Pretest

Damit wären dann eigentlich alle Kriterien abgehandelt. Jetzt ist natürlich die Frage, haben wir sie auch wirklich erfüllt? Und sind wir auch wirklich sicher, dass wir sie erfüllt haben? Deswegen machen wir, um dem Ganzen auch wirklich einen richtigen Haken zu setzen auf jeden Fall noch einen sogenannten Pretest. Wir empfehlen immer, egal welche Befragung Sie machen, egal wie kurz, egal wie lang sie ist, vor Befragungsstart bzw. vor der eigentlichen Haupt-Befragung den Fragebogen intern, auch gerne von mehreren Personen, einmal durchzuführen.

Sich durch zu klicken, um ganz relevante Aspekte noch einmal zu prüfen, wie die Plausibilität der Inhalte. Macht das was wir aufgesetzt haben überhaupt Sinn, ist die Fragen Reihenfolge so wie wir sie gerne hätten und wie sie auch die Verständlichkeit widerspiegelt. Macht die Frage Logik, die Filterführung Sinn? Ist alles richtig eingestellt? Ist die Sprache, ist der Text verständlich? Versteht man alles? Stimmt die Grammatik, stimmt die Frage, stimmt die Sprache? Da hab ich schon viele Fragebögen gesehen, die hätten noch einmal einen kurzen Check, auch zum Thema Grammatik und Rechtschreibung gebraucht.

Auch das Thema Dauer des Fragebogen ist zu prüfen. Ist die angegebene Befragungsdauer überhaupt realistisch? Haben Sie angegeben, die Befragung dauert 5 Minuten, sollte sie natürlich auch nur 5 Minuten dauern und dann nicht doch 10 Minuten und 15 Minuten. Zum Ärgernis des Befragten wäre das natürlich sehr, sehr schlecht.