Eine meiner ersten Beobachtungen, als ich anfing, Befragungen zu untersuchen, war, wie häufig Ja-/Nein-Fragen formuliert werden. Dies mag manchmal genau richtig sein. Allerdings wird diese Antwortoption viel zu häufig verwendet. Dies kann dazu führen, dass die Antwortmöglichkeiten der Teilnehmer eingeschränkt werden und so das Ergebnis verfälscht wird. Ja-/Nein-Fragen sollten portioniert und durchdacht angewandt werden.

Werden die Ja-/Nein-Fragen richtig interpretiert?

Die Fragen „Sind Sie der Chef?“ oder „Sind Sie verheiratet?“ sind gute Beispiele, bei denen es schwierig ist, mit etwas anderem als „Ja“ oder „Nein“ zu antworten.  In beiden Fällen ist es ziemlich eindeutig, was „Chef“ beziehungsweise „verheiratet“ bedeutet. Die Begriffe sind allgemeingültig. Oftmals sind Fragen aber so gestellt, dass der Befragte die Bedeutung selbst interpretieren muss.

Ein Beispiel, das für mich ebenso klar an „Ja“ oder „Nein“ geknüpft war wie die Fragen oben, war in einer Umfrage enthalten, die ich im Herbst 2011 analysiert habe. Die Frage war jedoch als eine Behauptung gestellt, mit der Formulierung: „Ich habe einen Einführungskurs zum Thema „Sicherheit“ erhalten, als ich meine erste Fortbildung bei meinem Arbeitgeber absolviert habe.“ Die verwendete Antwortskala reichte von (1) bis (5) mit einer ergänzenden „Weiß nicht“-Option. Nur 50% der Antworten waren entweder eine Eins (1) oder eine Fünf (5), was mich nachdenklich machte.

In diesem Fall gab es zwei verschiedene Deutungsmöglichkeiten, mit denen die Befragten konfrontiert waren: Was ein „Einführungskurs über Sicherheit“ oder was „Meine erste Fortbildung“ ist, war offensichtlich nicht so selbstverständlich. Dies zeigt das Ergebnis. Ich selbst hatte zuvor diese Frage mit den Antwortoptionen „Ja“ oder „Nein“ formuliert und habe daraus gelernt, dass man mit der Annahme, der Teilnehmer verstehe, was mit dem Inhalt einer Frage gemeint ist, vorsichtig sein sollte.

Was Sie bei der Formulierung von Fragen beachten sollten

Da unterschiedliche Menschen und Zielgruppen eine Frage auf unterschiedliche Art verstehen bzw. interpretieren, ist es wichtig, bei der Erstellung jeder einzelnen Frage Folgendes zu berücksichtigen:

  • Passen Sie das Schwierigkeitslevel der von Ihnen verwendeten Wörter an Ihre Zielgruppe an.
  • Verwenden Sie Begriffe, die Ihre Zielgruppe garantiert versteht.
  • Erklären Sie Wörter und Begriffe, die eine genauere Erklärung erforderlich machen.

Sie möchten mehr über darüber erfahren, was Sie bei der Erstellung eines Fragebogens beachten sollten? Dann lesen Sie auch die folgenden Artikel von Sakarias Fasth: Was Sie beachten sollten, wenn Sie Bilder in Ihren Umfragen verwenden und Bewertung von Kauferlebnissen.