Worum handelt es sich beim 360 Grad Feedback? Sind Sie auf der Suche nach einer Methode zur Bewertung Ihrer Führungskräfte und sind auf die 360 Grad Beurteilung gestoßen? In diesem Leitfaden erfahren Sie alles was Sie darüber wissen müssen.

Was ist 360 Grad Feedback?

Bei 360 Grad Feedback handelt es sich um eine Methode der Mitarbeiterbefragung, bei der Führungskräfte durch vier verschiedene Ebenen bewertet werden. Im Zentrum stehen Ihre Manager*innen. Diese werden durch ihre übergeordnete Führungskraft, die Kolleg*innen derselben Ebene und die unterstellten Mitarbeiter*innen bewertet. Außerdem erfolgt eine Selbsteinschätzung durch die Manager*innen selbst.

360 Grad

Bei diesem Vorgehen handelt es sich um ein intern durchgeführtes 360 Grad Feedback. Sie können die Beurteilung auch um externe Interessengruppen, wie beispielsweise die Kunden oder Lieferanten der Manager*innen, ergänzen.

Warum 360 Feedback?

Das Ziel von 360 Feedback ist es, einen möglichst breiten Überblick über die Führungsqualitäten Ihrer Manager*innen zu erhalten und ist Teil der Employee Experience. Nicht nur für Sie als Unternehmen sondern insbesondere für Ihre Führungskräfte. Durch die Beurteilung unterstützen Sie diese, sich ihrer Stärken und Schwächen sowie ihrer Wirkung auf andere bewusst zu werden. Dadurch können sich diese gezielt weiterentwickeln. Somit ist das 360 Grad Feedback bereits in vielen Organisationen zum Schlüsselinstrument in der Führungskräfteentwicklung und Mitarbeiterzufriedenheit geworden.

Welche Variationen der 360 Grad Beurteilung gibt es?

Das Konzept des 360 Grad Feedback ist individuell anpassbar. Je nach Zielsetzung Ihres Unternehmen können Sie einzelne Ebenen weglassen oder ergänzen (z.B. Kunden). Dadurch entstehen die Variationen des 90-, 180- und 270 Grad Feedback.

90 Grad Feedback – Bottom-Up-Feedback

Beim Bottom-Up-Feedback erfolgt ausschließlich eine Bewertung der Führungskräfte von unten nach oben. Die Führungskraft wird nur von ihren Mitarbeiter*innen bewertet.

90 Grad Feedback

180 Grad Feedback

Beim 180°-Feedback-Konzept wird das Bottom-Up-Feedback um die Selbsteinschätzung der Führungskräfte ergänzt. Somit wird ein Vergleich zwischen Selbst- und Fremdbild möglich.

180 Grad Fedback

270 Grad Feedback

Bei einer 270°-Befragung gibt zusätzlich zu den Mitarbeiter*innen die nächsthöhere Führungskraft, d.h. der/die Vorgesetzte der Feedbacknehmer*innen, eine Bewertung ab. Außerdem erfolgt auch hier eine Selbsteinschätzung der Manager*innen.

270 Grad Feedback

Wird das 270 Grad Feedback um die Bewertung durch die Kolleg*innen der selben Ebene der Manager*innen ergänzt, erhalten Sie die 360 Grad Beurteilung.

Was sind die relevanten Themen?

Um Ihren Führungskräften umfangreiche und aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können, müssen Sie einen qualitativ hochwertigen 360 Grad Feedback Fragebogen aufsetzen. Mögliche Themenbereiche dafür sind:

  • Allgemeine Führungskompetenzen
    … würdigt die Leistung seiner/ ihrer Mitarbeiter*innen.
  • Sozialkompetenzen
    … ist offen für konstruktives Feedback.
  • Information & Kommunikation
    … kommuniziert Erwartungen an seine/ ihre Mitarbeiter*innen auf verständliche Art und Weise.
  • Kompetenz, andere zu befähigen
    … gibt seinen/ ihren Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein 360 Grad Feedback?

Es gibt eine Vielzahl von Theorien darüber, wo und wann es am besten ist, eine 360 Grad Evaluierung durchzuführen. Es ist üblich, dass Unternehmen alle sechs Monate ein Entwicklungsgespräch führen, und dann gibt es oft ein 360 Grad Feedback in Verbindung mit dem Gehaltsgespräch. Andere sind der Meinung, dass jeder davon profitiert, wenn kontinuierlich 360 Grad Beurteilungen durchgeführt werden. Vor allem neue Mitarbeiter profitieren von wiederholten Feedback-Gesprächen, da es ihre Entwicklung fördert. Häufigeres Feedback ermöglicht außerdem spezifische Fragen, die sich auf bestimmte Projekte, Kunden oder Vorfälle im Unternehmen beziehen. Wird nur einmal pro Jahr Feedback eingeholt, kann die Statistik verfälscht sein. Die Mitarbeiter befinden sich zu diesem Zeitpunkt eventuell in einer sehr guten oder schlechten Phase, was sich auf die Bewertung auswirkt. Kontinuierlich durchgeführtes Feedback mittels Pulsbefragungen, kann ein realistisches Gesamtbild schaffen.

Worauf Sie beim 360 Grad Feedback achten müssen

Es ist kontraproduktiv, im Fragen zu stellen, die verschiedene Mitarbeiter miteinander vergleichen. Selbst wenn das Feedback positiv ist, kann der wertende Ton schädlich sein. Diese Art von Fragen können zu Rivalität und mangelnder Motivation bei Ihrer Belegschaft führen. Vermeiden Sie vage, verallgemeinernde oder sexistische Fragen und Aussagen. Halten Sie sich an konkrete Fakten und stellen Sie Fragen in einem unvoreingenommenen Ton, um die richtigen Informationen zu erhalten.

Mit den Ergebnissen richtig umgehen

Damit die 360 Grad Feedback Vorteile nachhaltig positive Effekte erzielen, müssen Erkenntnisse offen besprochen, in den Kontext gesetzt und reflektiert werden. Nach Gruppen- und Einzelgesprächen sollten mit den Feedbackgebern sinnvolle Maßnahmen für das weitere Vorgehen abgeleitet werden. Nur so sehen Ihre Mitarbeiter, dass ihr Feedback wirklich ankommt und im Unternehmen etwas verändert wird.

Lesen Sie außerdem unseren Artikel „360-Grad-Feedback am Beispiel der Wiener Linien“ für ein Praxisbeispiel.


Führen Sie eine 360 Grad Evaluierung mit Netigate durch

Sind Sie sich Ihrer eigenen Stärken und Schwächen und der Ihrer Mitarbeiter bewusst? Wenn nicht, ist es schwierig zu wissen, was für die Entwicklung des Unternehmens erforderlich ist. Mit Netigate erhalten Sie Zugang zu relevanten Informationen rund um Employee Experience und 360 Grad Feedback, aber auch zu Themen rundum die Kundenzufriedenheit.

Lesen Sie mehr über 360-Grad-Feedback und Mitarbeiterbefragungen oder probieren Sie Netigate noch heute kostenlos aus.